Nature's Basket, die Feinkost-Lebensmittelkette, die seit 2005 importierte Käsesorten, exotisches Gemüse und handwerklich hergestelltes Brot zu gut betuchten Stadtindern brachte, hatte für die Muttergesellschaft Godrej Industries nie einen Gewinn erwirtschaftet. Im Mai 2019 verkaufte Godrej sie an die Supermarktkette Spencer's Retail, Teil der RP-Sanjiv Goenka Group aus Kolkata, zu einem Unternehmenswert von etwa 40 Mio. US-Dollar – ein „Garagenverkauf“ für eine Kette mit einem Umsatz von rund 340 crore Rupien (46 Mio. US-Dollar) und einem Nettoverlust von nahezu 80 crore Rupien (11 Mio. US-Dollar) im Geschäftsjahr 2019.
Achtzehn Monate nach der Übernahme durch Spencer's hatten sich die Zahlen gedreht. Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 24,3 % im Quartal zum 30. September 2019 auf plus 8,2 % in den drei Monaten zum 30. September 2020, und der Quartalsnettoverlust verringerte sich von 37 crore Rupien (5 Mio. US-Dollar) auf 5 crore Rupien (670.000 US-Dollar). Spencer's senkte die Kosten, schloss drei defizitäre Filialen in Mumbai, eröffnete eine in Kolkata und brachte gestalterische Einheitlichkeit in seine 31 Filialen. „Der Fokus auf die Unit Economics ist jetzt stärker“, sagte eine ehemalige Führungskraft gegenüber The Ken. „Sie denken: Wenn ich einen halben Prozentpunkt mehr Marge herausholen kann, wie mache ich das?“
Die Trendwende war real, aber teilweise. Im Geschäftsjahr zum 31. März 2020 stieg der Umsatz um 6 % auf 461 crore Rupien (62 Mio. US-Dollar), während sich der Jahresnettoverlust um 26 % auf 99 crore Rupien (13 Mio. US-Dollar) ausweitete. Das Urteil von The Ken: Spencer's hatte Nature's Basket klar als Feinkosthändler positioniert und stabilisiert, doch die Skalierung im Premiumsegment bleibt schwierig – und Spencer's musste sich mit der wenig inspirierenden Erfolgsbilanz seines eigenen Lebensmittelgeschäfts auseinandersetzen.
Die Bruttomarge drehte von -24,3 % (Q-Sep 2019) auf +8,2 % (Q-Sep 2020); der Quartalsnettoverlust verringerte sich von 37 crore Rupien auf 5 crore Rupien; drei Quartale mit positivem EBITDA.
Kostendisziplin ersetzte Expansion: Die Sanierung begann mit der Schließung verlustbringender Standorte, nicht mit der Eröffnung neuer.
Die Bruttomarge wurde von -24,3 % auf +8,2 % durch Einkauf und Effizienz statt durch Preiserhöhungen wiederhergestellt.
Einheitliches Filialdesign und eine klare Feinkostpositionierung ersetzten einen Flickenteppich verschiedener Formate.
Drei aufeinanderfolgende Quartale mit positivem EBITDA gaben der Kette ihren ersten glaubwürdigen Weg zum Gewinn seit 2005.
Premium-Lebensmittelhandel lässt sich nicht durch Rabatte umdrehen: Unit Economics, weniger Standorte und einheitliches Filialdesign erreichten, was 14 Jahre Skalierungsjagd nicht vermocht hatten.
Stand 19. November 2020 hatte Nature's Basket mit 31 Filialen drei Quartale in Folge ein positives EBITDA erzielt, bei einem Quartalsverlust von nur noch 5 crore Rupien. Der Jahresabschluss wies weiterhin einen sich ausweitenden Nettoverlust aus, und die Skalengrenzen des Premium-Lebensmittelhandels – plus Spencer's eigene Schwierigkeiten im Lebensmittelgeschäft – blieben die offenen Risiken.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Spencer's Retail's bittersweet turnaround recipe for Nature's Basket The Ken · the-ken.com ·