Emma Walmsley war am verletzlichsten, als 2021 die Nachricht von Elliotts Beteiligung bekannt wurde, vier Jahre nach Beginn ihrer Amtszeit beim zweitgrößten Arzneimittelhersteller Großbritanniens. GSK hatte es versäumt, rechtzeitig einen Covid-Impfstoff zu entwickeln, während AstraZeneca erfolgreich war, die Aktienentwicklung blieb zurück, Patente auf ein wichtiges Medikament liefen aus, und die Übernahmen, die die Lücke schließen sollten, waren teuer. Elliott – dessen Kampagnen mindestens fünf Abgängen von CEOs vorausgingen – erklärte in einem Brief an den Vorstand, GSK habe „seinen Weg verloren“, nannte das Impfstoffgeschäft aber auch „eines der Kronjuwelen“ der Branche.

Das Gegengewicht kam aus der Sparte, die während der Pandemie enttäuscht hatte. GSKs Wissenschaftler begannen eine entscheidende RSV-Impfstoffstudie genau zu dem Zeitpunkt, als Elliott seine Beteiligung aufbaute, starteten die finale Studie sechs Monate vor Pfizer, nachdem Datenmodellierungen zeigten, dass das Virus nach Lockerung der Lockdowns wieder auftreten würde, und legten Ergebnisse mit einer Wirksamkeit von fast 83 % vor – weit über dem für Grippeimpfstoffe typischen Richtwert von 50–60 %. GSK gewann das Rennen um die US-Zulassung Anfang Mai 2023. „Wir kamen von zwei Jahre im Rückstand zu als Erste aus dem Startloch“, sagte Walmsley.

Der kommerzielle Kampf war, mit den Worten von Christi Kelsey, der Leiterin der Impfstoffkommerzialisierung, „Nahkampf“: GSK wurde der alleinige Lieferant für ältere Erwachsene bei CVS Health, der größten US-Apothekenkette, und sicherte sich zwei Drittel des Marktanteils, wobei der Impfstoff in den USA inzwischen Pfizer übertrifft. Hinter den Kulissen hatte Walmsley 100 von GSKs 125 Top-Managern ersetzt, der wissenschaftliche Leiter Tony Wood die F&E-Mittel neu priorisiert (F&E machte 14 % des Umsatzes aus gegenüber mehr als 25 % bei AstraZeneca), und die Beziehungen zu Elliott wurden wärmer und mündeten in regelmäßige Treffen.

Bis Mai 2024 war die Aktie im Jahresverlauf um 22 % gestiegen und übertraf AstraZeneca und Pfizer, Elliotts Beteiligung war etwa 30 % mehr wert, und vier Analysten hatten seit Januar ihre Ausblicke angehoben. Die Einschränkungen bleiben: Die Aktie wird mit einem Abschlag von 40 % gegenüber AstraZeneca gehandelt, US-Rechtsstreitigkeiten über Zantac dauern an – GSK bestreitet die Krebsbehauptungen –, und ein Großaktionär stellt infrage, ob sich die F&E-Prozesse wirklich verbessert haben.

RSV-Impfstoff als erster zur US-Zulassung (Mai 2023) mit ~83 % Wirksamkeit, zwei Drittel US-Anteil über CVS; Aktie +22 % im Jahr 2024, vor Astra und Pfizer; Elliotts Beteiligung ~30 % im Plus.

GSKs Covid-Impfstoff-Misserfolg und die Patentklippe ließen es sichtbar hinter AstraZeneca zurückfallen, als Elliotts Beteiligung auftauchte.

Elliott selbst nannte Impfstoffe in seinem Brief ein Kronjuwel – was das RSV-Programm zum schnellsten glaubwürdigen Beweis der Strategie machte.

Walmsley setzte auf Dialog statt Konfrontation, erfüllte die Forderung des Investors nach einer Abspaltung und behielt zugleich den CEO-Posten.

Wenn ein Aktivist die Führung angreift, ist die beste Verteidigung ein Produkterfolg, den nur man selbst hätte liefern können: auf die Forderungen hören, die Überzeugung behalten und einen marktführenden Markteintritt antworten lassen.

Der Markteintritt des RSV-Impfstoffs und der Umbau des Managements trugen die Aktienerholung von 2024; verbleibende Herausforderungen sind der Bewertungsabschlag gegenüber AstraZeneca, der Zantac-Rechtsstreit und die offene Frage, ob GSKs F&E-Maschine nun einen stetigeren Strom neuer Medikamente hervorbringt.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. How GSK CEO Emma Walmsley kept her job and turned a belligerent activist investor into an ally Fortune · fortune.com ·