Union Street – Aberdeens „Granite Mile“, einst voll mit Einkaufenden aus dem gesamten Nordosten Schottlands – erreichte Ende 2022 einen Tiefpunkt: Der M&S-Flaggstore war weg, leere Läden durchzogen die Straße, und die Aberdonier hatten sich längst dem Einkaufszentrum zugewandt, das 2009 am Bahnhof eröffnete. Nach einem Krisengipfel bildete sich eine von der Gemeinschaft getragene Koalition, Our Union Street, unter Bob Keiller, einem ehemaligen CEO eines FTSE-100-Unternehmens, der unentgeltlich arbeitet, wie die BBC im September 2026 berichtete.

Die Methode der Koalition war praktisch und wenig glamourös. Sie begann mit Zuhören – Tausende Eingaben von Anwohnern – und prüfte dann die Straße Einheit für Einheit, spürte abwesende Vermieter auf und hielt fest, was leer stand und warum; Keiller führt eine Wandkarte jeder Immobilie mit farbcodierten Haftnotizen.

Freiwillige reinigten und strichen leere Einheiten, um sie vermietbar zu machen, pflegten die Straße im Zweiwochenrhythmus, und ein kleines Team produziert Social-Media-Inhalte, die mit einer Our-Aberdeen-App verknüpft sind. Eine Website bündelt jede verfügbare Immobilie neben jedem finanziellen Anreiz – Ausbauzuschüsse der Stadt und zweijährige Rabatte auf die Gewerbesteuer –, und die Koalition arbeitet eng mit Maklern, der Stadt, Vermietern und Unternehmen zusammen.

Die Ergebnisse sind sichtbar: 33 der 57 2023 leeren Einheiten sind gefüllt, 14 weitere befinden sich im Vermietungsprozess – obwohl seit Beginn der Bemühungen 20 weitere Einheiten leer gefallen sind. „Das Entscheidende ist, dass wir schneller füllen als leeren“, sagt Keiller. Eine separate Initiative der Unternehmensgruppe Aberdeen Inspired kümmert sich um die vergessenen Obergeschosse, und der Innenstadt-Beauftragte der Stadt, Iain Nicholson, nennt Aberdeens abgestimmten, hemdsärmeligen Ansatz etwas, das man noch nicht von überall sagen könne.

Von 57 leeren Einheiten im Jahr 2023 waren bis September 2026 33 gefüllt und 14 weitere in Vermietung – schneller gefüllt als die 20 neuen Leerstände, die entstanden.

Zersplitterte Eigentumsverhältnisse sind der strukturelle Feind – Dutzende Vermieter, teils im Ausland –, daher ist das eigentliche Produkt der Koalition Information: eine Prüfung, eine Karte, eine Website, auf der Einheiten und Anreize zusammenkommen.

Wahrnehmung wird wie Infrastruktur behandelt: Freiwilliges Reinigen und wiederholtes Streichen werden wie Instandhaltung eingeplant, weil eine Straße, die sichtbar gegensteuert, aufhört, ihren eigenen Niedergang zu verstärken.

Das Geld der Stadt (Ausbauzuschüsse, Steuerrabatte, zig Millionen für einen Lebensmittelmarkt und die Strandpromenade) wirkt nur, wenn jemand die Straße abläuft und Vermieter, Makler und Mieter Einheit für Einheit zusammenbringt.

Leerstehender Einzelhandel belebt sich durch wenig glamouröse Grundlagenarbeit: jede Einheit prüfen, den abwesenden Vermieter aufspüren, alle Anreize an einem Ort bündeln und schneller streichen, als das Graffiti zurückkehrt.

Die Stadtverwaltung steckt zig Millionen hinein, das Zentrum zu einem Ziel zu machen – ein 40 Millionen Pfund teurer überdachter Markt für Essen und Getränke, finanziert aus dem UK Levelling Up Fund, die Neugestaltung der Strandpromenade, verbreiterte Gehwege –, und das ehemalige BHS-Geschäft wird zu dessen Eingangsplatz. Auf nationaler Ebene erlauben Englands neue High Street Rental Auctions den Kommunen, seit einem Jahr leerstehende Einheiten zwangsweise auf den Markt zu bringen; der Vorreiter Bassetlaw meldet über 30 vermietete oder im Angebot befindliche Läden.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. My hometown shows that high streets have to change or die BBC News · bbc.co.uk ·