Im Oktober 2019 zog Reliance Jio Infocomm seine Prepaid-Pakete zu 19 und 52 Rupien – gültig für einen bzw. sieben Tage – zurück, sodass 98 Rupien die niedrigste Aufladung für seine mehr als 350 Millionen Abonnenten blieben. Die Pakete waren für kurzfristige Bedürfnisse eingeführt worden und fanden nur wenige Abnehmer, erfüllten aber einen Zweck: Kunden bei Ablauf der Gültigkeit aktiv zu halten, damit sie nicht zu einem Wettbewerber abwanderten. The Economic Times berichtete über den Schritt als einen weiteren Versuch, geringwertige Aufladungen zu begrenzen, die den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer belasteten.
Der Wandel folgte auf Jios Entscheidung, 6 Paise pro Minute für Anrufe zu berechnen, die in fremden Netzen enden – eine Rückgewinnung der Interconnect-User-Charge, die ihr Startversprechen brach, dass Sprachtelefonie stets kostenlos sein würde. Airtel und Vodafone Idea hatten denselben Weg bereits beschritten und Ende des Geschäftsjahres 2019 Mindestaufladungen von 35 Rupien eingeführt, um inaktive Nutzer am unteren Ende zu beseitigen, und Analysten deuteten Jios Schritt als Beitritt zu einer branchenweiten Anstrengung zur Verbesserung der ARPUs. Da mehr als 90 % der indischen Abonnenten Prepaid nutzen, entscheiden Tarifstufen über diese Kennzahl.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die Zahlen noch gemischt: Der Gewinn im Septemberquartal stieg im Jahresvergleich um mehr als 45 %, doch der ARPU fiel erneut auf 120 Rupien von 122 Rupien im Vorquartal und 156 Rupien ein Jahr zuvor – nun unter dem von Bharti Airtel. Jio führte den Rückgang auf das Abonnentenwachstum zurück und erklärte, sich auf die Gewinnung von Nutzern und den Datenverbrauch zu konzentrieren. Das 98-Rupien-Paket bot 2 GB Daten, 100 SMS pro Tag und unbegrenzte Sprachtelefonie über 28 Tage, mit einem Aufschlag für die IUC-Gebühr; Jio-Phone-Nutzer behielten ein Minimum von 49 Rupien.
Gezielt auf den ARPU gerichtet, der binnen eines Jahres von 156 auf 120 Rupien gefallen war; der Gewinn im Septemberquartal stieg im Jahresvergleich um mehr als 45 % bei über 350 Mio. Abonnenten.
Kleine Aufladungen dienten dazu, Abwanderung bei Ablauf der Gültigkeit zu verhindern – ihre Abschaffung verwandelt Unentschlossene in 98-Rupien-Umsatz oder lässt inaktive Nutzer aus den Büchern fallen.
Der Schritt kopierte ein erprobtes Vorgehen: Airtel und Vodafone Idea hatten seit dem Geschäftsjahr 2019 die Untergrenzen mit Mindestaufladungen angehoben, um Nutzer am unteren Ende auszusortieren.
Die IUC-Gebühr gab Jio Deckung, die Monetarisierung der Sprachtelefonie zu beginnen, die sie als kostenlos versprochen hatte, ohne eine offene Preiserhöhung.
Eine Preisstrategie der Landnahme baut die Basis auf; der zweite Akt besteht darin, die Optionen zu streichen, die es Kunden ermöglichen, billig zu bleiben. Mindestaufladungen sortieren inaktive Nutzer aus und heben die Kennzahl, nach der Investoren bewerten.
Jio antwortete nicht auf Presseanfragen zum Rückzug. Strategiechef Anshuman Thakur sagte, es gebe zu diesem Zeitpunkt „keinen Grund, bei den Tarifen etwas anders zu machen“, wobei die Priorität auf dem Wachstum der Basis und des Datenverbrauchs liege; das ARPU-Wachstum blieb die gemeinsame Agenda der Branche.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Jio withdraws low-value prepaid packs; Rs 98 is now the starting recharge voucher The Economic Times · economictimes.indiatimes.com ·