Im Juni 2016 kündigte McKesson an, den Großteil seines IT-Geschäfts, Technology Solutions, mit dem Revenue-Cycle-Unternehmen Change Healthcare zu einem neuen Gesundheits-IT-Unternehmen zusammenzuführen: McKesson 70 %, Change Healthcare 30 %, mit Barerlösen von etwa 1,25 Mrd. US-Dollar bzw. 1,75 Mrd. US-Dollar, einem geplanten Börsengang und erwarteten jährlichen Synergien von mehr als 150 Mio. US-Dollar bis zum zweiten Jahr nach Abschluss. Das neue Unternehmen käme auf einen Pro-forma-Jahresumsatz von rund 3,4 Mrd. US-Dollar.
Die Einheit war kein Star. Technology Solutions verzeichnete im vorangegangenen Geschäftsjahr 2,9 Mrd. US-Dollar Umsatz und 519 Mio. US-Dollar Betriebsgewinn, war aber nie mehr als ein mittelklassiger Anbieter von Gesundheits-IT. Vishnu Lekraj von Morningstar bezeichnete sie von Anfang an als wertgeminderten Vermögenswert wegen des Bilanzbetrugs bei der frühen Übernahme von HBO & Co. – der HBOC-Katastrophe, die McKesson durch eine Aktionärsklage mehr als 1 Mrd. US-Dollar kostete – und merkte an, McKesson habe jahrelang keine wesentlichen Investitionen in die Einheit getätigt, und die Technologie sei zwei bis drei Generationen hinter der Konkurrenz zurückgeblieben.
Die Veräußerung passte zu einer breiteren Schärfung des Fokus beim Arzneimittelvertriebsriesen, der im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 188 Mrd. US-Dollar und einen Betriebsgewinn von 3,6 Mrd. US-Dollar erzielte: Übernahmen von Vantage Oncology, Biologics und UDG Healthcare, eine 2,2 Mrd. US-Dollar schwere Vereinbarung für Rexall Health, ein Stellenabbau von 1.600 Mitarbeitern im März (4 % der US-Belegschaft), der Verkauf seiner ambulanten EHR-Vermögenswerte an e-MDs und strategische Optionen, die für die verbleibende Division Enterprise Information Solutions (Paragon, OneContent) geprüft wurden. Analysten jubelten: Morningstar, Baird und Leerink Swann stuften die Aktie allesamt mit Kauf ein.
Etwa 1,25 Mrd. US-Dollar in bar plus 70 % an einem neuen Unternehmen mit 3,4 Mrd. US-Dollar Pro-forma-Umsatz und erwarteten jährlichen Synergien von mehr als 150 Mio. US-Dollar bis zum zweiten Jahr; Ressourcen für den Vertrieb freigesetzt
Die IT-Einheit, entstanden aus der gescheiterten HBOC-Fusion, passte nie – von Anfang an wertgemindert und Generationen hinter Wettbewerbern zurück.
Der Vertrieb, das 188 Mrd. US-Dollar schwere Kerngeschäft, stand unter Preisdruck und brauchte ungeteilte Ressourcen.
Die Struktur wahrte das Aufwärtspotenzial: 70 % am neuen Unternehmen plus rund 1,25 Mrd. US-Dollar in bar.
Das Abstoßen dessen, was ablenkt: Eine Einheit, die 519 Mio. US-Dollar verdient, kann immer noch strategischer Ballast sein, wenn das Kerngeschäft unter Beschuss steht.
Die Transaktion sollte zusammen mit einem Börsengang des neuen Unternehmens abgeschlossen werden, während McKesson strategische Alternativen für Enterprise Information Solutions abwog. Die Reaktion der Analysten war günstig, mit Kaufempfehlungen von Morningstar, Baird (Outperform, Kursziel 220 US-Dollar) und Leerink Swann (Kursziel 200 US-Dollar).
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Why McKesson is divesting its IT portfolio in favor of stronger drug distribution Healthcare Dive · healthcaredive.com ·